Abb-03

Stromberg Vergaser 175 CDTU

Im ersten Artikel zum Thema Gemischaufbereitung, betrachten wir den Vergaser der Firma Stromberg mit der Typenbezeichnung 175 CDTU. Verbaut wurden diese Typen schon beim W115 bis zum

W124 bis Baujahr 1990. Das besondere an diesem Gasmischer ist der über alle Drehzahlbereiche, konstant gleiche Unterdruck.Zunächst aber müssen wir bei ein paar Grundsätzliche Fakten des Verbrennungsmotor betrachten. Um ein Kilogramm Kraftstoff vollständig zu verbrennen, benötigt man 14,7 Kilogramm Luft. Da Luft nicht sonderlich schwer ist, kann man sich vorstellen, welch eine riesige Menge an Luft mit einer vergleichsweise geringen

Menge Benzin vermischt werde muss, um diesen, theoretischen Wert, zu erhalten. In der Zeit vor der Einführung der Katalysatoren, mit den dazugehörigen Lambdasonden, gab es keine Gemischaufbereitung, die über einen Parameter verfügte, der eine Regelung entlang dieses Wertes ermöglichte. Das stöchiometrische Verhältnis von 14,7 zu 1 kann ein Vergaser aus dieser Zeit nur erahnen. Lediglich zu Einstzellabrbeiten kann der CO Wert ermittelt werden – eine ständige Überprüfung von Lambda findet beim Vergaser nicht statt. Da wir nicht immer zu gleichen äusserlichen Bedingungen Auto fahren, kann es sein, dass eine Prüfstandeinstellung im Sommer für den Winter keine sonderliche Aussagekraft hat. Im zweiten Teil unserer Vergaserbetrachtung werden wir auf die sog. Betriebszustände näher eingehen. Lesen Sie auch unseren Artikeln über die ASU für Oldtimer mit Vergaser Motoren.

Die folgende Abbildung stellt eine extra grobe Vereinfachung des Grundprinzip eines Vergasers da:

Abb-01

Blaue Pfeile Luft / Grüne Pfeile Kraftsoff
1 Lufteintritt / 2 Führung der Umluft / 3 Gemischanreicherung  / 4 Einstellschraube Drosselklappe / 5 Leerlaufabschaltung / 6 Luftkolben / 7 Kraftstoffdüse / 8 Mischkammer / 9 Saugrohr / 10 Drosselklappe /  11  Gemischbypass / 12 Regulierschraube Leerlauf / 13 Umluft / 14 Einstellschraube Umluft / 15 & 16 Sicherungskappen  / 17 Einstellschraube Kraftstoffzufluss

In einem mit Kraftstoff gefüllten Gefäß (Schwimmerkammer), reguliert ein Schwimmer den Öffnungsquerschnitt zum Saugrohr (Luftstrom). Die sich abwärts bewegenden Kolben erzeugen einen Unterdruck im Saugrohr. Die an der Schwimmerkammer vorbeiziehende Luft vermischt sich mit den Dämpfen des Kraftstoff, zu einem zündfähigen Gas.

Der hier beschriebene Stromberg Vergaser besteht aus vier Komponenten, die miteinander verschraubt sind. Die Schwimmerkammer, das eigentliche Vergasergehäuse, dem Deckel und der Starteinrichtung. Zwischen den einzelnen Bauteilen sind Dichtungen montiert, die im Alter gerne mal Probleme bereiten.
An der Unterseite des Gehäuses befindet sich die Schwimmerkammer. Darin befindet sich ein Doppelschwimmer, der für ein gleichbleibendes Kraftstoffniveau in der Kammer sorgt. Sinkt das Kraftstoffniveau bei laufendem des Motors ab, sinkt auch der Schwimmer und öffnet über die Nadel den weiteren Kraftstoffzufluß. Der Kraftstoff fließt von unten in die Schwimmerkammer. Hier ist auch die Kraftstoff-Einstellschraube eingedreht, die von einer Kunststoffkappe als Eingriffsicherung geschützt ist. Sie fixiert den Düsenhalter und Nadeldüse gegen eine Druckfeder. Der Düsenhalter ist mit Bimetal Scheiben versehen, die auf die Umgebungstemperatur reagieren und durch ihre Ausdehnung die Nadeldüse
geringfügig bewegen können, um so eine Veränderung des Querschnitts, zwischen Düsel und Nadel zu bewirken. Das Vergasergehäuse beinhaltet an seiner Unterseite den Schwimmer und das Schwimmernadelventil. Im Gehäuse ist die Drosselklappenwelle mit der Drosselklappe gelagert. Der Drosselhebel ist mit einer Anschlagschraube versehen, die gegen Verstellen gesichert ist. Eine Zugfeder zwischen Drosselhebel und Flansch zieht die Drosselklappe in Schließstellung.
Zwischen Starterhebel und Drosselklappe befindet sich eine Gewindestange zur Einstellung der Leerlaufdrehzahl.

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